Jahresabschluss 2024 bestätigt solide Finanzlage
Der Stadtrat hat am 23. Oktober 2025 den Jahresabschluss der Stadt Eibenstock für das Jahr 2024 bestätigt. In den vergangenen Jahren sind die Beschlüsse zu unseren Jahresabschlüssen fast immer relativ unkommentiert zu den Akten gelegt worden. Dabei lohnt es sich gerade in diesem Jahr, einmal genauer hinzuschauen und nüchtern das im vergangenen Auersbergboten bekannt gemachte Jahresergebnis zu durchleuchten. Mit einer Bilanzsumme von rund 82,4 Mill. EUR sind wir doch ein sehr großes Unternehmen auf unserem Gemeindeterritorium geworden. Diese Zahl enthält ein Sachanlagevermögen von rund 60,1 Mill. EUR und ein Finanzanlagevermögen von rund 14 Mill. EUR. Bei letzterem sind die Beteiligungen der Stadt an den verbundenen Unternehmen zusammengefasst. Beim Sachanlagevermögen handelt es sich ja letztendlich um die Investitionen, die in den vergangenen Jahrzehnten innerhalb der Stadt Eibenstock getätigt worden sind und wo immerhin noch ein Sonderposten von rund 35,5 Mill Fördermitteln entgegensteht. Letztendlich ist dies ja Ausdruck der gesamten Stadtentwicklung und Ergebnis dessen, was wir als Bürgerschaft an Aufwertung unserer gesamten Stadt überall sehen können. Wenn Sie sich erinnern, hatten wir ja immer für die kommunalpolitische Tätigkeit den Slogan „Sparen und investieren“ ausgegeben. Durch eine im Großen und Ganzen sparsame Haushaltsführung konnte es immer wieder gelingen, kleine und große Investitionen in den öffentlichen Einrichtungen und in der Infrastruktur der Stadt zu tätigen.
Aus finanzpolitischer Sicht kann für unsere Kommune ein weiterer Meilenstein vermeldet werden. Mit dem Jahresabschluss 2024 sind wir erstmals schuldenfrei!!! Die Älteren unter uns wissen, dass wir gerade in den Anfangsjahren nach 1990 hier und da Kredite aufnehmen mussten, um unsere fehlende Finanzkraft zu kompensieren, die wir aber zur Erlangung von Fördermitteln brauchten. Durch die positive Entwicklung unserer Stadt und seiner Unternehmen hat sich die Einnahmensituation Schritt für Schritt verbessert. Deshalb muss an dieser Stelle allen Unternehmen und Steuerzahlern unserer Stadt ein großes Dankeschön ausgesprochen werden, dass sie durch ihr eigenes solides Wirtschaften Abgaben gezahlt haben, die letztendlich einen großen Teil der Stadtentwicklung ermöglicht haben. Durch kluges Fördermittelmanagement konnte aus den Steuergeldern unserer Bürger und Unternehmen oftmals ein Vielfaches an Investitionsmitteln generiert werden. Dieses gemeinsame an einem Strang ziehen hat letztendlich die positive Entwicklung unseres Ortes bewirkt. Darauf kann der gesamte Ort sehr stolz sein, zumal dies im oben genannten Zusammenhang ja ein Gemeinschaftswerk aller Akteure der Stadt ist. Ich danke auch unserer Stadtverwaltung für die Umsetzung des nicht immer einfachen Spardiktats.
Neben dieser positiven Entwicklung zeigt der Jahresabschluss auch, dass Wolken am Horizont aufziehen. Mit einem negativen Gesamtergebnis von rund 267.000 EUR haben wir seit Langem wieder einen Fehlbetrag verkraften müssen. Es mag trösten, dass der Haushaltsplan für 2024 ein noch wesentlich schlechteres Ergebnis vorhersah, aber die Tendenz geht eindeutig in Richtung negative Betriebsergebnisse. Da wir über eine Gesamtliquidität von etwas mehr als 7 Mill. EUR zum Jahresende 2024 verfügten, ist ein solcher Verlust erst einmal zu kompensieren und bleibt ohne größere Folgen. Es wäre aber fatal zu glauben, dass es in den nächsten Jahren wieder besser werden würde. Die immensen Kostensteigerungen in den verschiedenen Bereichen können schnell dazu führen, dass die angesparten Mittel konsumtiv aufgezehrt werden und für Investitionen fehlen. Insofern müssen die Zeichen der Zeit erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Es bleibt zu befürchten, dass der oben genannte Slogan bis auf Weiteres um die Hälfte auf „Sparen“ reduziert werden muss. Wir werden es innerhalb kürzester Zeit erleben, dass sich das Investitionsniveau der Stadt erheblich absenken wird. Auch das ist noch nicht beunruhigend, solange es später wieder Phasen gibt, wo sich das Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben zum Positiven wendet. Bei den Größenordnungen, die zukünftig eingespart werden müssen, werden wir auch strukturelle Entscheidungen treffen müssen, die auf der Basis einer grundsätzlichen Aufgabenkritik zu treffen sind. Wir werden manch lieb gewonnene Leistungen der Stadt nicht mehr in dem Umfang durchführen können, wie wir sie über Jahre realisieren bzw. anbieten konnten. Deshalb werbe ich um das Verständnis dafür, dass wir als Stadt zukünftig noch effizienter arbeiten und auch die eine oder andere freiwillige Aufgabe nicht mehr realisieren können. Es wäre falsch, den Weg einer soliden Finanzwirtschaft zu verlassen, denn dann würde man sich sehr viel schneller vorhandener Spielräume berauben. Unsere bis auf die staatlichen FAG-Zuweisungen vorhandene finanzielle Unabhängigkeit ermöglicht uns auch, im Rahmen unserer kommunalpolitischen Arbeit einen eigenständigen Entscheidungshorizont zu haben. Wer in finanzieller Schieflage ist, wird eines Tages fremdbestimmt werden. Und dies sollten wir tunlichst vermeiden und lieber auf ein paar lieb gewordene Annehmlichkeiten verzichten! Das Jahr 2025 hat sich ebenfalls besser entwickelt als erwartet, sodass wir in diesen Krisenzeiten wiederum ein Jahr ohne größeren Schaden überstehen werden.
Uwe Staab (Bürgermeister)




