Clara-Angermann-Jahr erlebte weiteren Höhepunkt
Zur Premiere des neuen Musicals „Clara“ war sicher die Anspannung vor und hinter der Bühne deutlich zu spüren. Die Erwartungen waren sehr hochgesteckt und sie wurden voll erfüllt. Als nach der ersten Szene der Vorhang aufzog und ein fantastisches Bühnenbild zu erblicken war, ging ein Raunen durch den Saal des Kulturzentrums. Von Anfang bis Ende sorgten die Schauspieler, Tänzerinnen, Sänger und Musiker für eine sehenswerte Darbietung, die alles bereithielt. Große Emotionen, heiterer Wortwechsel, berührende Szenen und tolle Musik sorgten für nicht enden wollenden Beifall. Man kann Wolfram Christ und Klaus Frenzel für dieses berührende Stück nur gratulieren und das Publikum honorierte es ausgiebig. Beeindruckend war, wie Profis und Laien zusammenspielten, als täten sie dies schon seit Jahren so. Angesicht der relativ kurzen Probenphase gelang eine gelungene Inszenierung. Deshalb gilt der Dank allen Beteiligten auf und hinter der Bühne, denn sie haben sich wirklich und sprichwörtlich „reingekniet“. Auch wenn die erzählte Geschichte natürlich in künstlerischer Freiheit gestaltet wurde, so gipfelte die Handlung in Claras eindringlichen und zu Herzen gehenden Worten nicht nur an das Spielvolk auf der Bühne, sondern auch an die Menschen im Saal. So wie damals vor 250 Jahren steht auch heute unser Land und unser Ort vor großen Problemen. Diese werden nicht gelöst, wenn überall gejammert und alles schlecht geredet wird, sondern die Zukunft können wir Menschen nur selbst mit Mut, Kreativität, Fleiß und mit Gottvertrauen gestalten. Insofern geht vom Musical auch die gleiche Botschaft aus, die wir mit dem Ausrufen des Clara-Angermann-Jahres in und für unseren gesamten Ort aussenden wollten. Und dies kann wohl, auch wenn noch eine Überraschung aussteht, als sehr gelungen eingeschätzt werden. Viele Vereine und Gruppen haben über das gesamte Jahr hinweg großartiges geleistet. So seien als Beispiele des Historienstück „Hunger“, der historische Markt mit dem Holzbildhauersymposium, die Vorträge und Workshops im Schatzhaus, „Claras Liedertour“, „Clara meets Tabaluga“, die Projektwochen in den Schulen und die vielen weiteren Projekte mit dem Bezug zu diesem Thema genannt. Sie alle haben mit großem persönlichem Engagement für ein Kulturjahr in Eibenstock gesorgt, wie es dies seit der 850-Jahrfeier nicht mehr gegeben hat. Hierfür möchte ich mich bei allen bedanken, die mit dazu beigetragen haben, dass man über unseren Ort gesprochen hat und dass viele Menschen von außerhalb zu uns gekommen sind. Ich bin mir sehr bewusst, dass vieles ein Kraftakt war und die damit verbundenen Mühen außergewöhnlich angestrengt haben. So etwas kann man nicht jedes Jahr wiederholen. Die Messlatte haben wir jedenfalls sehr hoch gelegt. Auch finanziell muss so etwas erst einmal gemeistert werden. So ist daher allen zu danken, die von Anfang an darauf hingearbeitet haben, die Projekte eigenwirtschaftlich zu gestalten. Dies war einer der wesentlichen Garanten dafür, dass es überhaupt so funktioniert hat, wie es sich das Organisationsteam vorgestellt hatte. Die Stadt als bürgerschaftliches Gemeinwesen konnte die Defizite hier und da kompensieren. Auch das zeichnet uns schon seit vielen Jahren aus. Ohne diesen Background wäre manches nicht entstanden. Deshalb gilt auch der Dank dem Stadtrat für alle Unterstützung. Dieser Gemeinsinn ist wie oben beschrieben der einzige Schlüssel zum Erfolg. Bemerkenswert ist auch, dass unsere Kinder und Jugendlichen auf diese Weise einen erstaunlichen Zugang zu diesem Thema gefunden haben. Noch zu Jahresbeginn konnte kaum einer von ihnen mit dem Namen Clara Angermann etwas anfangen. Nun trägt eine Grundschule sogar ihren Namen. So hat man sich bewusst mit der Zeit damals vor 250 Jahren auseinandergesetzt und kaum einer unserer jüngsten Mitbürger weiß heute nichts damit anzufangen. Das sehe ich als einen großen Erfolg an. Vielen Dank deshalb auch an unsere Schulen, die dieses Thema so engagiert aufgenommen haben. Nicht unerwähnt soll auch das Tambourieren an sich bleiben. Denn immerhin ging es in dieser Geschichte ja genau darum. Das Interesse, diese Technik wieder zu erlernen bzw. für deren Bewahrung sorgen, ist ungebrochen hoch. Der Erhalt der Stickerei als einen Teil der Volkskunst ist ein wichtiger Teil der Brauchtumspflege. Es wäre sehr zu wünschen, dass diese Pflanze nun weiter gedeiht und vielleicht daraus auch eine Tradition entsteht. Schade hingegen finde ich, dass wir beim Thema Eibenstocker Tracht nicht wirklich vorangekommen sind. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Das Clara-Angermann-Jahr wir mit dem Weihnachtsmarkt seinen letzten großen Akt haben. Doch dazu soll noch nichts verraten werden. Lassen Sie sich überraschen.
Uwe Staab (Bürgermeister)




