Auditierung zum kommunalen Energiemanagement absolviert
Wie bereits berichtet, hat die Stadt Eibenstock seit 2023 ein kommunales Energiemanagement installiert. Seitdem sind viele kleine und große Einzelmaßnahmen auf diesem Gebiet durchgeführt worden. Nunmehr wurde die Stadt Eibenstock im Rahmen einer Auditierung zur Qualitätssicherung des kommunalen Energiemanagement-Systems (Kom.EMS) zertifiziert. In der dazu erforderlichen Prüfung konnten seitens der Stadt die übergebenen Fragen beantwortet und die geforderten Nachweise erbracht werden. Ebenso wurde vor Ort die Vorgehensweise unseres Energiemanagements plausibel erläutert. Im Ergebnis der gesamten Auditierung erreichte die Stadt Eibenstock die Stufe „Basis“ des Kom.EMS. Das kommunale Energiemanagement-System ist eine gemeinsame Entwicklung der Energieagenturen mehrerer Bundesländer. Dabei entstand auch ein Online-Tool, das den Kommunen hilft, ein effektives Energiemanagement aufzubauen, zu verstetigen und zu optimieren. Es deckt dabei alle relevanten Ebenen und Bereiche des kommunalen Energiemanagements ab wie z. B. die Betriebsführung von Gebäuden, die Verbesserung von Anlagen und auch die personelle Komponente bei den Nutzern. Das Kom.EMS bietet drei Qualitätsstufen an. Neben der bereits genannten Stufe „Basis“ gibt es noch die Stufen „Standard“ und „Premium“. Den durch uns erreichten ersten Schritt haben wir eigentlich relativ locker geschafft. Hier musste die Kommune in den Liegenschaften mindestens 5 % des witterungsbereinigten Wärmeverbrauchs gegenüber dem festgelegten Basisjahr (bei uns 2023) einsparen, welche mindestens 30 % des Gesamtwärmeverbrauchs ausmachen. Im Rahmen dieser Tätigkeiten haben wir sowohl investive als auch nicht investive Maßnahmen in einem großen Umfang realisiert. Auch hierüber wurde bereits berichtet. Grundlage allen Handelns des Energiemanagements und letztendlich auch der Umsetzung der Einzelmaßnahmen im Rahmen des Haushaltsplanes der Stadt Eibenstock ist der energetische Maßnahmeplan. Hier wurden alle Gebäude der Stadtverwaltung Eibenstock untersucht und Energieverbräuche bzw. die technischen Anlagen auf den Prüfstand gestellt. Mittlerweile sind weit über 50 % dieses Maßnahmeplanes umgesetzt. Das wirkte sich auch positiv auf die gesamten Verbräuche der Stadt aus und führten zu echten Energieeinsparungen. Hierfür wurden bereits 154.843 EUR Fördermittel für verschiedene Einzelmaßnahmen akquiriert. Diese Fördermittel wurden unabhängig vom bereits vorangeschaltet geförderten Energiemanagement erwirkt. Weitere Förderanträge zu verschiedenen Maßnahmen laufen noch. Die Maßnahmen selbst reichen von der Umstellung auf LED-Leuchtmittel über neue Thermostate für Heizkörper bis hin zu größeren Maßnahmen wie den Austausch von Steuerungen größerer Anlagen zur Effizienzsteigerung. Wesentlich zur Einsparung trug auch die Errichtung von PV-Anlagen bei, bei denen auch die Stromverbräuche erheblich gesenkt werden konnten. Neben den Energieeinsparungen erfolgte auch eine positive Entwicklung bei den CO2-Equivalenten im Jahresvergleich. Allein bei der Straßenbeleuchtung konnten wir die CO2-Emmissionen von 60 Tonnen in 2022 auf 44 Tonnen in 2024 reduzieren. Insofern leistet das gesamte Energiemanagement nicht nur einen Beitrag zur Kosteneinsparung, sondern auch zur CO2-Minimierung. Die erste Stufe der Zertifizierung bringt für Eibenstock noch einen weiteren für die Zukunft sehr wichtigen Vorteil. Nunmehr können wir auf einen größeren Pool von Förderprogrammen zugreifen, die die Basiszertifizierung als zwingende Fördervoraussetzung haben. Dazu gehört u. a. auch die Nachfolgeförderung für das Energiemanagement ab 2026. Eigentlich läuft die Förderung für diese Periode des Energiemanagements im Frühjahr 2026 aus. Angesichts des guten Vorankommens bei den Einsparungsmaßnahmen werden wir uns dafür einsetzen, dieses Energiemanagement nahtlos in eine zweite Förderperiode zu überführen. Wenn dies gelingt, können viele weitere noch geplante Maßnahmen umgesetzt werden, für die im Rahmen der laufenden Verwaltung kaum Zeit zur Umsetzung vorhanden ist. Auch wenn die Förderung des Energiemanagements für Bund und Land ein zeitlich begrenztes Format darstellte, so hat es für die Kommunen bei richtiger Umsetzung eine erhebliche Verbesserung der Kostensituation, gerade im Energiebereich, mit sich gebracht. Und dies ist ja eine dauerhaft wirkende Verbesserung im Rahmen der finanziellen Budgets der nicht gerade in Geld schwimmenden Kommunen. Der geldwerte Vorteil der Maßnahmen sichert auch unserer Stadt für die Zukunft kleinere finanzielle Spielräume.
Uwe Staab (Bürgermeister)




