Kooperationsprojekt im ehemaligen Hortgarten gestartet
Ein Projekt der besonderen Art startete in der vergangenen Woche mit der Baustelleneinrichtung und den Abbrucharbeiten. In der Pestalozzistraße auf dem Gelände des ehemaligen Hortgartens wird ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Diakoniestation der Kirchgemeinden Eibenstock und Umgebung e. V. und der Stadt Eibenstock realisiert. Es handelt sich dabei zum einen um die Schaffung eines Verkehrsgartens zur Verkehrserziehung für Kinder und zum anderen um die Gestaltung einer Freifläche zum Aufenthalt für die Seniorinnen und Senioren des Pflegeheims „Herbstsonne“. Die Diakoniestation hat diese Fläche schon vor einigen Jahren erworben und befasst sich seitdem mit der Errichtung einer solchen Außenanlage im Grünen für die Heimbewohner. Seitens der Stadt besteht schon seit vielen Jahren der dringende Bedarf, eine Verkehrserziehungsfläche für die Grundschulkinder zu schaffen. Alljährlich muss dazu für nicht wenig Geld auf Parkplätzen der Stadt eine Verkehrsfläche aufgezeichnet bzw. angelegt werden, auf der die Kinder der Grundschulen ihre ersten Schritte zur Bewegung im öffentlichen Verkehr erlernen können. Dies ist Bestandteil des Lehrplans und als Stadt bzw. Schulträger wurden wir immer wieder aufgefordert, hier für eine dauerhafte Lösung zu sorgen. Allerdings gestaltete sich die Standortsuche sehr schwierig. Zum einen bestand das Problem, eine geeignete ebene Fläche in der normativ vorgeschriebenen Größe zu finden. Zum anderen wäre es sehr schade, wenn ein solcher Verkehrserziehungsplatz nur einmal im Jahr durch die Grundschulen genutzt werden kann. Gemeinsam mit der Diakoniestation wurde die Idee einer Mehrfachnutzung der Anlage aufgegriffen und so für den ehemaligen Hortgarten ein tolles Gestaltungsprojekt für Jung und Alt entwickelt. Neben dem bereits genannten Verkehrsgarten, der im vorderen Bereich zur Pestalozzistraße entsteht, wird es im hinteren Bereich zur Gabelsbergerstraße einen Spazierweg mit einigen Ruhemöglichkeiten für die nicht mehr so mobilen Seniorinnen und Senioren geben. Das Ganze soll einen parkähnlichen Charakter bekommen, sodass eine hohe Aufenthaltsqualität entsteht. Das Vorhaben befindet sich schon seit mehr als einem Jahr in der Vorbereitungsphase und konnte nun dank einer großzügigen Förderung über die Förderrichtlinie „LEADER“ und der Unterstützung des LEADER-Managements des Regionalen Arbeitsgemeinschaft „Zukunft Westerzgebirge“ e. V. zur Umsetzung gebracht werden. Träger des Projektes ist die Diakoniestation als Grundstückseigentümer. Sie hat auch die entsprechenden Förderanträge gestellt. Aufgrund der Zweiteilung des Projektes wurden auch zwei Förderanträge gestellt, die Anfang des Jahres bewilligt worden sind. Nachdem nun die Planer die Ausführungsunterlagen fertiggestellt hatten, erfolgte eine öffentliche Ausschreibung des Vorhabens. Die Diakoniestation hat nun den Auftrag an die PE-Pflasterbau erteilt. Der Baubeginn erfolgte in der 1. Augustwoche mit dem Abbruch des alten Trafo-Gebäudes an der Pestalozzistraße. Neben den bereits genannten Wegen werden auch zwei carportähnliche Gebäude zur Unterstellung des Mobiliars errichtet. Darüber hinaus erfolgen Bepflanzungen und weitere Garten- und Landschaftsbaugestaltungen. Das Vorhaben kostet insgesamt gemäß der Planung rund 363.000 EUR, wovon 280.433 EUR Fördermittel über das Programm „LEADER“ fließen werden. Da die Kostenberechnung im Zuge der Antragstellung schon 2 Jahre alt ist, muss mit Mehrkosten in vertretbarem Umfang gerechnet werden. Die erforderlichen Eigenmittel teilen sich die Diakoniestation und die Stadt Eibenstock anteilig nach den jeweiligen Teilprojekten auf. Zur Abwicklung des Projektes wurde ein Kooperationsvertrag abgeschlossen. Dieser sieht auch vor, dass der Verkehrsgarten mindestens einmal in der Woche zur öffentlichen Nutzung durch die Familien unserer Stadt (und natürlich darüber hinaus) erfolgen kann. So können Eltern mit ihren Kindern und deren Fahrrädern schon einmal die Verkehrsregeln im öffentlichen Straßenverkehr trainieren. Für die Heimbewohner der Herbstsonne ergeben sich dann auch viele neue Möglichkeiten für die Gestaltung des Alltags. Die Fertigstellung des Vorhabens wird für Mitte nächsten Jahres geplant, sodass zum Schuljahresstart 2026/2027 dann erstmals die Verkehrserziehung der Grundschulen auf diesem Gelände stattfinden kann. Ich bedanke mich noch einmal auch im Namen der Stadt sehr herzlich bei der Diakoniestation für die Kooperationsbereitschaft und die sehr gute Zusammenarbeit. Ohne diese Grundvoraussetzung und das gegenseitige Vertrauen ist ein solches Projekt nicht denkbar. Die Kooperation der Stadt mit ihren Vereinen bei der Umsetzung von LEADER-Projekten hat schon viel Gutes bewirkt.
Uwe Staab (Bürgermeister)




