AB 16/2025 Schulkleidungspflicht wird aufgehoben

Zunahme der Schmierereien schädigt Image unserer Stadt

Es ist wohl kaum einem Bürger oder Gast verborgen geblieben, wie in den vergangenen Wochen und Monaten die Schmierereien und Besprühungen von Strom- und Telekomverteilungskästen, Stützmauern, Freizeitanlagen und anderem öffentlichen Eigentum zugenommen haben. Nicht weniger schlimm sind die Beklebungen mit den verschiedensten Aufklebern, vor allem für den Fußballclub Erzgebirge Aue, aber auch anderen teilweise extremistischen Botschaften. Hier sind insbesondere Straßenlaternen, Verkehrsschilder, die touristischen Leiteinrichtungen oder auch andere Informationstafeln. Insgesamt wirken sich diese Sachbeschädigungen immer störender auf unser Stadtbild aus. Zum ersten Mal vernahm ich kürzlich auch einen Spruch mit der Grundaussage: „Was ist denn plötzlich aus Eibenstock geworden?“ So etwas geht dann schon durch Mark und Bein, haben wir uns doch gemeinsam mit unserer Bürgerschaft sehr erfolgreich in den vergangenen Jahren darum bemüht, für Eibenstock und seinen Ortsteilen ein Image für ein sauberes und schön anzusehendes Stadtbild zu schaffen. Ich kann mich immer wieder nur bei jedem Einzelnen bedanken, der mit hohem persönlichem Engagement seinen Beitrag zu diesem Ziel leistet. Es ist nach wie vor die überwiegende Mehrheit unserer Bürger, die hier hinter dieser Gesamtaufgabe steht. Offensichtlich gibt es aber doch einige, die das stört bzw. die den Drang haben, alles verunstalten zu müssen. Wer mit lila-weißer Besprühung von öffentlichem Eigentum und Bekleben von Werbeaufklebern bei Verkehrszeichen meint, er tue ein gutes Fan-Werk, der irrt. Das hat nichts mit Leidenschaft für den Fußball zu tun, sondern mit Beschädigung öffentlichen Eigentums. Ich habe mich dazu bereits auch an den FC Erzgebirge gewandt, dass er diese Botschaft auch immer wieder in seinen Fan-Projekten platziert. Dies haben übrigens viele andere Bürgermeister neben mir auch getan. Der FC Erzgebirge Aue bedauert dieses Verhalten der vermeintlichen Fans auch sehr. Es liegt nicht in dessen Interesse, dass unter dem Vorwand, ein Fan des FCE zu sein, Städte und Gemeinden zugeklebt und zugesprüht werden. Der Verein möchte deshalb auch zukünftig hier mehr Aufklärungsarbeit leisten. Auch stammen die zahlreichen verschiedenen Aufkleber nicht aus offiziellen Fan-Projekten des Vereins, sondern sind Einzelinitiativen. Es ist ja heutzutage sehr einfach, sich über das Internet zu allen möglichen Themen Aufkleber drucken und liefern zu lassen. Da dies so gut wie kein Geld kostet, kann auch jeder hier größere Stückzahlen ordern. Auch besteht keinerlei Kontrolle zu den Botschaften, die mit den Aufklebern vermittelt werden sollen. Fakt ist auch, dass diejenigen, die das machen, aus unseren Orten bzw. Ortschaften kommen. Es sind unsere eigenen Bürger, die hierfür verantwortlich sind. Der städtische Bauhof verbringt mittlerweile sehr viel Zeit damit, die immer schwieriger zu beseitigenden Beschmierungen und Beklebungen zu beseitigen. Wir befinden uns fast in einem Wettlauf gegeneinander, was an sich schon eine traurige Feststellung ist. Die polizeilichen Ermittlungen hierzu laufen ebenfalls mit großer Intensität. Wir sind auch einigen Tätern schon auf der Spur. Ich möchte deshalb noch einmal an alle Bürgerinnen und Bürger den Appell richten, Ihnen bekannte Informationen zu eventuellen Tätern der Stadtverwaltung mitzuteilen. Wir sind für jeden Hinweis dankbar und behandeln diesen natürlich auch anonym. Den Eltern unter uns möchte ich sagen, dass Sie Ihre Kinder darüber aufklären, dass die Kosten für die Beseitigung dieser Verunreinigungen im Falle der Ermittlung eines Täters natürlich von diesem auch in voller Höhe getragen werden müssen. Aufgrund der langen Reinigungszeiten durch Mitarbeiter des Bauhofs wird das auch keine kostengünstige Erstattung werden. Es liegt uns fern, hier mit Geldstrafen zu drohen. Aber die Beseitigung der Beschädigungen wird ja gegenwärtig von uns allen bezahlt, gleiches gilt für die Wiederherstellung von nicht mehr reparablen Beschädigungen. Insofern ist es nur gerecht, wenn festgestellte Täter dann auch für die Schadensbeseitigung aufkommen müssen. Ich sehe deshalb in der Belehrung und auch in der Werbung für unser Stadtbild eine vordergründige Aufgabe unserer gesamten Bürgerschaft, dass wir zukünftig nicht weiter in eine Verunstaltungsspirale versinken. Ansonsten würde unsere jahrzehntelange Arbeit für ein lebenswertes Wohnumfeld und für einen funktionierenden Tourismus in kürzester Zeit zunichtegemacht werden. Das kann nicht im Interesse der Entwicklung unserer Stadt sein und geht deshalb auch uns alle an.

Uwe Staab (Bürgermeister)