Städtische Gesellschaften mit unterschiedlichen Problemstellungen
Wie in jedem Jahr soll auch in diesem Jahr auf die Entwicklung in den einzelnen Gesellschaften, an denen die Stadt Eibenstock direkt beteiligt ist, eingegangen werden. Dabei gibt es ja aktuell einiges an Neuigkeiten. Die Energie Eibenstock GmbH hat mit Ende des Jahres 2024 den Geschäftsbetrieb eingestellt. Die Aufgabe der Wärmeversorgung über das städtische Nahwärmenetz übernahm die Stadt Eibenstock direkt im Rahmen eines Betriebes gewerblicher Art (BgA), wo alle Einnahmen und Ausgaben direkt über den Haushalt der Stadt laufen. Die Liquidation der Gesellschaft wird im Laufe des Jahres abgeschlossen. Gegenwärtig wird gemeinsam mit dem Steuerbüro die Liquidationsabschlussbilanz erarbeitet. Das Vermögen der Gesellschaft ist zu Jahresbeginn an die Stadt Eibenstock übertragen worden. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um die Netzinfrastruktur, die aus Rohrleitungen und Pumpen besteht. Für die Stadt und die Kunden der Energiegesellschaft hat dies keine Auswirkungen, da die Wärmeversorgung zu den gleichen Konditionen weitergeführt wird. Inwieweit es dann im Laufe des Jahres oder auch nächstes Jahr dann zu einer neuen Gesellschaftskonstruktion kommt, ist in starkem Maße davon abhängig, ob sich die Erweiterung des städtischen Nahwärmenetzes wirtschaftlich vernünftig darstellen lässt. Das letzte Bilanzjahr der Energiegesellschaft wird voraussichtlich auch positiv abgeschlossen.
Die Badegärten Eibenstock GmbH hat mittlerweile den Jahresabschluss 2023/2024 vorgelegt. Das Geschäftsjahr endete ja am 31. August 2024. Entgegen allen Befürchtungen konnte ein positives Jahresergebnis erwirtschaftet werden. Dennoch war dies nicht selbstverständlich, denn die Umsätze verringerten sich von 5.980.221,11 EUR im Vorjahr auf 5.371.953,30 EUR. Dies war hauptsächlich der Tatsache geschuldet, dass im Juni 2024 mehr ein Monat Schließzeit herrschte, wo größere Reparaturen und auch Anbindemaßnahmen für die neue Investition durchgeführt worden sind. Dass dennoch ein Betriebsergebnis von 113.738,20 EUR erwirtschaftet werden konnte, ist dem positiven Umstand zu verdanken, dass eine Rückstellung aufgelöst werden konnte. Damit entfiel auch für die Gesellschafter die Nachschusspflicht, was letztendlich für den städtischen Haushalt sehr positiv war. Insgesamt muss eingeschätzt werden, dass trotz einer mittlerweile mehr als zwei Jahre andauernden Baustelle regelmäßig Umsätze erwirtschaftet werden konnten, die zu positiven Betriebsergebnissen führten. Auch konnte dadurch das Mitarbeiterpersonal kontinuierlich weiter beschäftigt werden. Das aktuelle Geschäftsjahr wird noch während der Bauphase abgeschlossen werden müssen. Dies ist sehr bedauerlich, hatte man doch mit einer Eröffnung des neuen Komplexes vor der Sommerpause gerechnet. Insofern bleibt abzuwarten, wie sich das Betriebsergebnis 2024/2025 entwickeln wird. Noch zu vermelden ist, dass die Gesellschaft mittlerweile das Stammkapital von 500.000 EUR auf 1.000.000 EUR angehoben hat. Dabei bleibt die Stadt Eibenstock weiterhin mit 80 % der Hauptanteilseigner, währenddessen die Hotel Am Bühl GmbH als Betreibergesellschaft des Blauen Wunders 10 % der Anteile neu übernommen hat. Damit hat die Badegärten Eibenstock GmbH nun drei Gesellschafter. Auch wurde im Zuge der Stadtratswahl ein neuer Aufsichtsrat gebildet, der mittlerweile auch seine Arbeit aufgenommen hat.
Die wenigsten Veränderungen gab es bei der Wohnungsbaugesellschaft Eibenstock mbH. Mit der Übergabe der Karlsbader Straße 4 im Frühjahr 2024 waren erst einmal alle größeren Investitionsmaßnahmen abgeschlossen. Dennoch investiert die Gesellschaft im Rahmen ihrer liquiden Mittel weiter in die Ertüchtigung des Wohnungsbestandes. Die Großinvestition brachte eine angespannte Liquiditätssituation mit sich, die sich aber sicherlich im Laufe der nächsten zwei Jahre wieder entspannen dürfte. In der Gesellschaft wird vorrangig auch daran gearbeitet, die Verschuldung weiter abzubauen, was ja in den letzten 10 bis 15 Jahren sehr kontinuierlich erfolgt ist. Wenn dieser Trend weiter fortgesetzt wird, werden auch zukünftig wieder größere Investitionen in den Bestand oder gegebenenfalls auch in Neubauten erfolgen können. Es bleibt abzuwarten, wie sich im Zuge der Infrastrukturförderung möglicherweise auch Ansätze für eine Wohnungsbauförderung in unserem Ort ergeben. Es wird davon ausgegangen, dass für das Jahr 2024 ein positives Betriebsergebnis erwirtschaftet worden ist. Eine aktuelle Herausforderung der Gesellschaft stellt momentan der personelle Umbruch dar. Durch den Weggang von Stammkräften musste die Verwaltung neu aufgestellt werden. Für die nächsten Jahre stehen weitere Sanierungsmaßnahmen im Altbaubestand an. Diese müssen nach Möglichkeit aus eigenen Mitteln der Gesellschaft erwirtschaftet werden, um zukünftig die Spielräume zu erhalten.
Für die gesamtstädtische Entwicklung sind die Gesellschaften von großer Wichtigkeit. Sie decken einen wichtigen Teil des kommunalen Aufgabenspektrums ab, das sicherlich im Rahmen eines städtischen Haushaltes nicht ohne Weiteres abbildbar wäre. Aufgrund der eigenständigen wirtschaftlichen Struktur der Gesellschaften wird hier eine größere Flexibilität abgesichert.
Uwe Staab (Bürgermeister)




