Touristische Infrastruktur erreicht neuen Level
Wenn man den Trend der fortschreitenden Deindustrialisierung in unserem Land anschaut, erfüllt einem das mit großer Sorge. Unsere Region allerdings kämpft bereits seit Jahrzehnten mit diesem Problem und musste den Strukturwandel meistern. Seit Jahren entwickeln wir den Tourismus als eine der möglichen Erwerbsalternativen für unseren Ort und das nicht ganz unerfolgreich. Mit vielen Projekten konnte eine sehr gute Infrastruktur geschaffen werden, die jedoch immer wieder neu erfunden werden muss. Auch im Tourismus und gerade zwischen den Mittelgebirgen gibt es einen enormen Konkurrenzkampf. Deshalb ist es wichtig, dass diese Aufgabe stets als Gesamtpaket innerhalb einer Gemeinde verstanden wird. Neben der städtebaulichen Entwicklung spielen Hotellerie und Gastronomie eine ebenso wichtige Rolle wie auch eine konkurrenzfähige Infrastruktur bei den Freizeitangeboten. Mit der Übergabe von Wurzelrudis Seedorf am vergangenen Donnerstag ist das erste große Erweiterungsprojekt abgeschlossen worden, dem in diesem Jahr noch weitere folgen werden. Was die Eigentümerfamilie um Stefan Uhlmann dort entwickelt hat, setzt Maßstäbe bei der Entwicklung der Freizeitangebote in der Region. Das Projekt ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Zum einen bringt es natürlich ein großes Spektrum von Betätigungsmöglichkeiten für Kinder und Junggebliebene. Darüber hinaus hat man mit einer thematischen Ausrichtung das Angebotsniveau auf einen völlig neuen Level gehoben. Dieses Erzählen von Geschichten findet sich überall in unserem Ort wieder. So ist das auch noch bei der Spielwelt im Hotel am Bühl oder später auch bei den Badegärten Eibenstock zu erleben. Den Kindern begegnen Phantasiefiguren, mit denen sie etwas anfangen können und die Sie in ihren Bann ziehen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist auch die schnelle Umsetzung des Projektes. Im Gegensatz zu anderen Projekten haben hier alle Beteiligten an einem Strang gezogen. Auch wenn die Übernahme des gesamten Waldbereiches durch die Stadt schon eine Weile zurücklag, ging die Projektentwicklung am Ende in einem sehr schnellen Tempo vonstatten. Dies war nur möglich, weil alle beteiligten Behörden und Ämter im zielorientiert die Genehmigungsverfahren gestaltet haben. Vom ersten Spatenstich bis zur Eröffnung ist gerade mal ein Jahr vergangen. Sehr viel kleinere Projekte haben da wesentlich mehr Jahre gebraucht, um zur Umsetzung zu kommen. Man sieht also, wenn alle wollen, dann geht etwas. Mehr als 2 Millionen Euro wurden investiert, der Freistaat Sachsen hat diese Anlage mit einem hohen Betrag gefördert.
Wie schon angedeutet befinden sich noch weitere Tourismuseinrichtungen im Bau. Das größte Projekt stellt dabei die Badegärten Eibenstock dar. Hier werden am Ende mehr als 17 Millionen Euro investiert, um den Familienbereich deutlich zu erweitern und attraktiver zu gestalten. Die Badegärten Eibenstock GmbH kämpfen beim aktuell laufenden Baugeschehen mit vielen Schwierigkeiten und den Kostensteigerungen. Dieser Bau läuft nun schon das 3. Jahr und soll im Herbst übergeben werden. Die Komplexität des Bauwerkes ist natürlich deutlich größer, was Genehmigungsverfahren aufwendiger macht und eine echte Herausforderung für das Ingenieurpersonal ist. Auch hier erfolgt die Fokussierung auf die Familien mit Kindern. Alle genannten Investitionen fördern erheblich unseren Anspruch als familienfreundlicher Ort. Nicht zu vergessen ist auch das neue Parkhaus, was ja bereits Ende des vergangenen Jahres fertig gestellt worden ist und nun von der Stadt betrieben wird. Im Ortsteil Carlsfeld wird mit der Errichtung des Funktionsgebäudes auf dem Hirschkopf der Grundstein für die Erschließung der Zielgruppe der sportlichen und bewegungsorientierten Urlaubsgäste gelegt. Auch dieses Projekt wird zum Jahresende fertiggestellt. Es muss unbedingt erwähnt werden, dass der Freistaat Sachsen überall mit hohen Fördersätzen eine riesige Unterstützung leistet. Ohne diesen Fördermittelsegen wäre keines der Projekte realisierbar. Das darf man angesichts der vielen Mängeldebatten in der heutigen Zeit nicht vergessen. Unser Land unterstützt uns bei dem eingangs genannten Strukturwandel mit sehr viel Geld. Nun gilt es auch in Sachen Vermarktung ebenfalls eine Schippe drauf zu legen, um unser Gesamtpaket so bekannt zu machen, dass auch die Gästezahlen steigen. Ohne eine gute Auslastung der Freizeiteinrichtungen kann die Wirtschaftlichkeit nicht gewährleistet werden und dauerhaft stabile Arbeitsplätze entstehen. Ebenso ist es erforderlich, den erarbeiteten Status als Tourismusschwergewicht im Erzgebirge weiterzuentwickeln. Dies ist nur möglich, wenn wir die Übernachtungszahlen deutlich anheben. Dafür benötigen wir weitere qualitativ hochwertige Quartiere in verschiedenen Segmenten und natürlich auch eine vielfältige bzw. stabile Gastronomie. Darauf sollten sich alle weiteren Anstrengungen konzentrieren. Die Freizeitinfrastruktur unseres Ortes jedenfalls kann mit den realisierten Projekten dem Vergleich im nationalen Maßstab standhalten. Und das ist ein großer Erfolg aller Beteiligten. Vielen Dank dafür.
Uwe Staab (Bürgermeister)




