AB 19/2020 - Umsetzung der Ortsentwicklungskonzeption in Carlsfeld

Umsetzung der Ortsentwicklungskonzeption in Carlsfeld angelaufen

Nach jahrelanger Planungsvorbereitung sind in diesem Jahr im Ortsteil Carlsfeld die ersten Maßnahmen zur Umsetzung der Ortsentwicklungskonzeption angelaufen. Der Stadtrat hatte im Jahr 2017 ein „Touristisches Entwicklungskonzept“ für den Ortsteil Carlsfeld beauftragt, um die negative städtebauliche Entwicklung zum Stillstand zu bringen bzw. auch umzukehren. Dieses Konzept beinhaltete ehrgeizige Gestaltungsprojekte, von denen anfangs nicht klar war, ob sie überhaupt zu einer Umsetzung kommen können. Ein Entwicklungskonzept zu erstellen ist so schwer nicht, aber es dann auch umzusetzen bedarf oft großer Anstrengungen und günstiger Rahmenbedingungen. Die im Konzept festgeschriebenen Einzelprojekte bedurften jeweils einzeln einer intensiven Planungsvorbereitung. Zentraler Schwerpunkt war dabei das unansehnliche und altlastenbehaftete Grundstück des ehemaligen alten Glaswerkes in der Ortsmitte. Eine Bebaubarkeit für dieses Gelände ist nicht gegeben gewesen, da dies im Altlastenkataster des Freistaates Sachsen aufgenommen war und von dem bekannt war, dass einiges unter der Erde verborgen ist, was einem Bau entgegensteht. Eigentlich gab es für dieses Projekt keine realen Möglichkeiten einer öffentlichen Förderung. In gemeinsamer Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium und dem Innenministerium konnte ein Weg gefunden werden, über die europäische Richtlinie für die Industriebrachenentwicklung eine Förderung zur Altlastenbeseitigung zu bekommen. Die Kostenplanung ging von rund 2,82 Millionen EUR aus. Es konnte gelingen, eine hohe Förderung in Höhe von 2.285.110 EUR für dieses Vorhaben bewilligt zu bekommen. Ohne diese Neugestaltung der Ortsmitte in Carlsfeld wäre eine harmonische und touristisch relevante Ortsentwicklung nicht möglich. Insofern können wir sehr dankbar sein, diese Fördermittel bekommen zu haben. Mittlerweile laufen die Baumaßnahmen bei diesem Projekt auf Hochtouren. Ein nicht geringer Anteil an altlastenbehaftetem Material konnte bereits abgefahren und entsorgt werden. Für die 2. Jahreshälfte stehen der Neubau der Zufahrtsstraße zu den Grundstücken und die Geländemodellierung an. Auch ist es für diesen Standort wichtig, dass eine Nachnutzung erfolgt. Auch hierzu konnte ein Investor gefunden werden, der bereits eine Nachnutzungsplanung in Auftrag gegeben hat. Der Stadtrat wird parallel zu den Bauarbeiten einen Bebauungsplan für die Wiederbebauung dieser Fläche erstellen. 

Ein weiteres wichtiges Projekt für den Ortsteil ist die Neugestaltung des Dorfplatzes am alten Bahnhof. Hier haben wir ebenfalls sehr lange für die Planung gebraucht, da die unterschiedlichen Auffassungen zum Umgang mit den alten Bahnanlagen zu ständigen Planänderungen geführt haben. Nunmehr aber ist dieser Prozess auch abgeschlossen und die entsprechenden Fördermittel konnten über die Richtlinie „GRW-Infra“ bewilligt werden. Mittlerweile sind die alten Garagenanlagen bereits abgebrochen und wir hoffen, noch in diesem Jahr den Neubau der Brücke über die Wilzsch abschließen zu können. Im kommenden Jahr wird dann die Platzgestaltung das gesamte Jahr über das Baugesehen in Carlsfeld bestimmen. Weniger gut kommen wir bei dem dritten großen Projekt, dem Nordic-Park, voran. Hier liegen die Messlatten für die Genehmigung sehr hoch. Gegenwärtig laufen alle Planungen, sodass wir hoffen, noch in diesem Jahr die entsprechenden Bauanträge stellen zu können. Mit einer Bewilligung von Fördermitteln ist frühestens im nächsten Jahr zu rechnen, wenn alle Baugenehmigungen vorliegen. Bis dies aber soweit ist, müssen aber noch grundsätzliche Dinge zur diesbezüglichen Planung geklärt werden. Insgesamt aber sind mit den verschiedenen Projekten und auch den geplanten Neuinvestitionen für den Ortsteil Perspektiven entstanden, die eine neue Entwicklung hervorrufen könnten. Es ist natürlich auch aufgrund der auslaufenden Förderprogramme immer sehr kompliziert, die Maßnahmen, die man sich wünscht, auch in die Tat umzusetzen. Aber wenn die Maßnahmen zur Neugestaltung der Ortsmitte abgeschlossen ist, wird der Ortsteil sicher auch für private Investitionen wieder interessant. Und dies ist ja letztendlich auch der Hintergrund für das enorme kommunale Engagement beim Anschub aller Projekte. Die veränderten Rahmenbedingungen mit und nach Corona sind natürlich auch mit zu bedenken. Unsere Region hat angesichts eines sich verstärkenden Trends, wieder mehr Urlaub in Deutschland zu machen, auch gute Chancen, wieder etwas zu wachsen und mehr Wertschöpfung in die Region hineinzubringen. So wollen wir hoffen, dass alle nunmehr angegangenen Investitionsprojekte auch die gewünschte nachhaltige Wirkung erzielen.
 

Uwe Staab
Bürgermeister