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07.01.2019
| Kultur |

Hutzenobnd zwischen de Gahr

(AP) Der erste Hutzenobnd war ein voller Erfolg. Niemand hatte mit so vielen Gästen gerechnet. Der Einlass sollte ab 15:00 Uhr sein, aber da war schon fast der halbe Saal gefüllt. Alle Sitzgelegenheiten, die es im Bürgerhaus "Grüner Baum" in Carlsfeld gab, wurden geholt. Selbst die Bänke, die normalerweise draußen für die Bratwurstesser stehen, wurden gebraucht. Und da das nicht gereicht hat, gab es noch viele Stehplätze. Circa 400 Gäste waren es und das nicht nur aus der Umgebung, sondern auch einige aus Hamburg und Mosbach am Neckar, die zum Bandonionfestival im Oktober und zum Workshop im Frühjahr bereits in Carlsfeld waren. Sie hatten neben der Veranstaltung auch den Wunsch, Schnee zu sehen.
Eins musste man feststellen, es war wie in einer Hutzenstub - ganz gemütlich. Das Publikum war sehr offen und hat mitgeklatscht, mitgesungen und natürlich auch geschunkelt.
Die Stimmung war schon bald auf dem Höhepunkt, als sich pünktlich um 16:00 Uhr das Erwachsenenorchester, den Steigermarsch spielend, durch den Saal hin zur Bühne einen Weg bahnen musste, begleitet vom Gast Holger Sickel und dem Jugendorchester auf der Bühne.
Das Kinder- und Jugendorchester mit den Solisten Alexa Gläntz, Tamina Wallschläger und Raiko Teuchert trat zuerst auf. Das Lied vom Räuchermann wurde in schönen Kostümen eines Engels und eines Räuchermanns von den beiden Mädchen dargeboten. Die jungen Leute zeigten auch, dass man mit dem Bandoneon sogar Discomusik spielen kann.
Die weihnachtlichen und winterlichen Lieder der verschiedenen Genres, wie die Nussknackerparade, Griene Kließ und Schwammebrieh, der Schneewalzer, aus dem Film "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" und vieles mehr, vom Orchester gespielt, solistisch dargeboten mit Gesang von Erik Schönfelder und Therese Wallschläger fanden bei den Zuhörern sehr großen Anklang.
Natürlich durfte der Sapparino-Marsch nicht fehlen. Die Musiker setzten dazu Wollmütze und eine Schneemannnase auf. Die Lieder wurden durch schöne Fotos, die sich auf die Lieder bezogen, auf der Bühnenleinwand von dem Ehepaar Reißig gestaltet. Dies ergänzte das von Robert Wallschläger gestaltete und gebaute Bühnenbild.
Ergänzt wurden die Darbietungen durch den Mundartsprecher und Heimatsänger Holger Sickel, der über die Problematik der Spitznamen in den kleinen Dörfern und Missgeschicke in der Weihnachtszeit im erzgebirgischen Dialekt berichtete.
Als weiterer Höhepunkt erklang das Lied von den Randfichten "De Speckfettbemm". Während der Darbietung reichten die Mitglieder des Kinder- und Jugendorchesters den Gästen Speckfettbemmen, die in einer Hauruckaktion vorher vorbereitet wurden.
Nach drei Stunden - immer dann, wenn es am schönsten ist, wie Robert Wallschläger immer sagt- wurde das letzte Musikstück gespielt. Aber das Orchester wurde nicht ohne Zugabe entlassen, auch nach dem Schneeschuhfahrermarsch erklatschten sich die Gäste noch eine weitere Zugabe. Das Feierobnd-Lied, das von allen mitgesungen wurde, bildete dann das wirkliche Ende der Veranstaltung. Es gab einen riesigen Applaus und Standing Ovations.
Auf die Frage von Robert Wallschläger, ob der Hutzenobnd nächstes Jahr wiederholt werden soll, ertönte ein laut schallendes "Ja" aus dem Publikum.
Es war ein sehr schöner Nachmittag, der von vielen unsichtbaren, fleißigen Händen und Helfern vorbereitet und durchgeführt wurde, und es wird eine Wiederholung geben.

Text und Fotos: Christel Eberlein, Bandonionverein Carlsfeld