Weitersglashütte

Ortsteil Weitersglashütte

Weitersglashütte ist mit seiner Lage in 880 m ü. NN der höchstgelegener Ortsteil. Der Ort entstand als reine Glashüttensiedlung in unmittelbarer Kammlage an der böhmischen Grenze. 1624 gründeten hier Christoph Seeling aus Eibenstock und Jobst Schuster aus Schneeberg "neben einem Raum, die weite Wiese genannt" eine Glashütte. Das kurfürstliche Privileg vom 4. Februar 1625 erlaubte ihnen auch den Bau einer Brettmühle sowie von drei Wohnhäusern ("für Gesinde und Gesellen"); außerdem war ihnen freies Schlachten, Backen, Brauen und Schenken gestattet. Als Zins mussten jährlich verschiedene Sorten Glas geliefert werden. Die Glashütte wechselte mehrfach den Besitzer, brannte 1739 ab und wurde wieder aufgebaut. Im Jahr 1848 werden für Weitersglashütte 91 Einwohner in neun Häusern vermerkt. Ab 1907 ruht der Betrieb der Glashütte. 1913 erwirbt das im benachbarten Carlsfeld ansässige Glashüttenwerk die Weitersglashütte, ohne die Öfen jedoch wieder in Betrieb zu nehmen. Das Schankrecht ist mit der Zeit an den Gasthof übergegangen, der mit dem Bau der Talsperre Weiterswiese bzw. Talsperre Carlsfeld (1926-1929) aufgegeben werden musste und als "Gasthaus zur Talsperre" in Carlsfeld neu entstand. Bis 1937 erfolgt der vollständige Abbruch der Hüttengebäude.

Durch seine unmittelbare Lage am Kamm des Erzgebirges und der alten, nach Böhmen führenden, Frühbusser Passtraße, ist Weitersglashütte im Sommer und Winter ein hervorragender Ausgangspunkt für Wander-, Radwander- oder Skitouren. Vor allem die den Ort direkt berührende Kammloipe ist im Winter ein regelrechter Magnet für Skilangläufer.

Als Ortsteil von Carlsfeld wurde Weitersglashütte ebenso 1997 nach Eibenstock eingemeindet.