Sosa

Ortsteil Sosa

Die Gemeinde Sosa wurde 1453 erstmals urkundlich erwähnt und war damals ebenso wie Eibenstock Teil der Herrschaft Schwarzenberg. Kirchgemeindlich gehörte Sosa bis zum Jahr 1682 zu Eibenstock; danach wurde Sosa selbstständig. Die heute unter Denkmalschutz stehende Kirche stammt aus dem Jahre 1617. Die ursprüngliche Bauern- und Waldwirtschaft wandelte sich auch hier zum Ende des 16. Jahrhunderts verstärkt zum Bergbau hin. Überall im Ort und in der näheren Umgebung trifft man auf Zeugen eines einst blühenden Bergbaues. Verfallene Stollen, Bingen und Halden erinnern an ehemalige Zechen. Sosa hat als bergbauende Gemeinde große Tradition. Noch heute werden bei Beerdigungen (Grabschichten) die Verstorbenen von den Trägern der Bergbrüderschaft in historischer Bergmannstracht zu Grabe getragen. Nach dem Niedergang des Bergbaus wurden wie überall in der hiesigen Region aus den Bergleuten Landesreisende, die mit ihren Buckelapotheken bis ins Baltikum reisten.

Große Tradition besitzt Sosa auch als Köhlergemeinde. Die reichen Erzvorkommen führten bald zur Gründung von zahlreichen Schmelzhütten und Hammerwerken die einen enormen Bedarf an Brennstoffen hatten. Überall im Wald entstanden Meilerplätze, wo aus dem Rohstoff Holz durch Verschwelung die begehrte Holzkohle wurde. Noch heute produziert eine örtliche Köhlerei in Sosa das "schwarze Gold"; allerdings mehr für den einheimischen Grill. In unmittelbarer Nähe der Staumauer der Talsperre Sosa erinnert außerdem eine entstehende Schauköhlerei an das alte traditionelle Handwerk des Ortes. 1997 wurde zudem der Europäische Köhlerverein in Sosa gegründet und hat dort seinen Sitz. Auch ein Köhlerweg (12 km) rund um Sosa informiert anschaulich über die Köhlerei und bietet zudem herrliche Aussichten auf die Gemeinde.

Das bekannteste Bauwerk der Gemeinde Sosa ist die als "Talsperre des Friedens" in den Jahren 1949-1952 errichtete Trinkwassertalsperre im ehemaligen Höllengrund. Der erste Plan dazu stammte bereits aus dem Jahr 1908, ein weiterer Versuch 1915 endete ebenso wie 1938 an den Kriegen der damaligen Zeit. Seit 1. September 2017 ist die Talsperrenmauer, welche als letzte Staumauer in Deutschland aus Bruchsteinen errichtet wurde, für Jedermann passierbar und bietet somit Wanderern und Radfahrern einen wunderbaren Rundweg.

Am 1. Januar 2011 wurde Sosa (ca. 2.000 Einwohner) nach Eibenstock eingemeindet.