Neidhardtsthal

Ortsteil Neidhardtsthal

Neidhardtsthal mit 485 m ü. NN liegt unmittelbar am Fuß der Staumauer der Talsperre Eibenstock und somit direkt an der "Zwickauer Mulde", die hier die Talsperre wieder verlässt. Entstanden ist der kleine Ort wahrscheinlich 1566, als Melchior Siegel aus Eibenstock auf seinen Gütern an der Mulde bei der "Hundshübler Brücke" einen Eisenhammer errichten wollte. Um 1600 ist der Ort auch als "Schwefelhütt" benannt. Wahrscheinlich bestanden zu der Zeit hier Eisen- und Schwefelgewinnung nebeneinander.

Nach verschiedenen Besitzern gehörte das Hammerwerk ab 1677 Veit Hans Schnorr, der zu dieser Zeit auch das Hammerwerk Carlsfeld errichten ließ. Um 1730 betrug die Einwohnerzahl ca. 320 (2015: 72 Einwohner), was auf sehr arbeitsintensive Bereiche schließen lässt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörten zum Hammerwerk acht Eisensteinzechen, ein Hochofen, zwei Frisch- und Stabfeuer, ein Blechfeuer, Zinnhaus, Kleinschmiede, Mühle und Schenke. 1871 wurde der Betrieb komplett stillgelegt. Nachdem 1875 die Eisenbahnstrecke Aue-Adorf direkt durch den Ort gebaut wurde, entstand eine neue Produktion: Holzschleiferei und Papierfabrik. Genau 100 Jahre später wurde 1975 die Eisenbahnlinie durch den Bau der Trinkwassertalsperre Eibenstock (1978-1984) eingestellt bzw. unterbrochen. Große Bereiche der historischen Werke kamen unter Wasser. Inzwischen hat die Landestalsperrenverwaltung Sachsen, Betrieb Zwickauer Mulde / Obere Weiße Elster ihren Sitz in Neidhardtsthal.

Ab 1939 gehörte der flussaufwärts obere Teil von Neidhardtsthal zu Hundshübel, der untere Teil zu Blauenthal. 1994 erfolgte die Eingemeindung nach Eibenstock.