Carlsfeld

Ortsteil Carlsfeld

Carlsfeld zählt durch seine Höhenlage zwischen 850 und 900 m ü. NN zu den schneesichersten Orten Deutschlands. Die Kammloipe in unmittelbarer Nähe zur tschechischen Grenze bietet Skilangläufern bestes Skivergnügen. Aber auch am Skihang mit Doppelschlepplift und Beschneiungsanlage kommen Wintersportler voll auf ihre Kosten. Im Sommer ist Carlsfeld mit seinen weiten umgebenden Wäldern ein wahres Eldorado für Naturliebhaber und Ruhesuchende.

Gegründet wurde Carlsfeld im Jahr 1677 von einem der reichsten Hammerherren der damaligen Zeit: Veit Hans Schnorr (1687 vom Kaiser als Schnorr von Carolsfeld geadelt). Der damalige Besitzer des Auerhammer kaufte in hoher Gebirgslage Eisenerz- und Zinngruben und legte an dem Flüsschen Wilzsch ein weiteres Hammerwerk an und benannte es nach dem sächsischen Oberforstmeister Georg Carl von Carlowitz als Carlsfeld. Neben dem Hammerwerk entstanden alsbald weitere Anlagen und als erstes Gebäude das Wohnhaus des Hammerherren, welches zuerst auch als Kirche diente und heute vom Geschichtsverein Carlsfeld liebevoll restauriert wird. Nach dem Bau des Hammerwerkes stiftete Veit Hans Schnorr sogleich, zum geistigen und seelischen Wohl seiner Arbeiter und Angestellten, die von 1684-1688 im Barockstil errichtete Trinitatiskirche. Sie gilt als älteste Rundkirche Sachsens. Neben den Anlagen des Hammerwerkes waren auch Mahl- und Schneidmühlen entstanden. Um 1820 gab es in und um Carlsfeld ca. 65 Häuser mit etwa 800 Einwohnern. Der Hammerwerksbetrieb kam in Folge billiger Weißblecheinfuhr aus England zum Erliegen und es entstand eine neue Fabrikation: die Herstellung von beliebten Wanduhren nach Schwarzwälder Art. Zu Beginn waren auch Uhrmacher aus dem Schwarzwald angeworben worden und schon bald (1841) belief sich die Produktion auf mehr als 7.000 Uhren pro Jahr. Später folgten auch Turm- und Bahnhofsuhren, bevor Ende des 19. Jahrhunderts der Niedergang dieser Fabrikation einsetzte.

Ein weiterer interessanter Produktionszweig in Carlsfeld waren ab 1840 die Herstellung von Glas, Glaserzeugnissen und die Glasschleiferei mit bis zu 270 Beschäftigten um 1907. Carlsfeld gilt außerdem als die weltweite Wiege des Bandonions, welche ab 1847 von Carl Friedrich Zimmermann hergestellt wurden. 1910 kam es zur Gründung der Harmonikafabrik von Alfred Arnold und Carlsfelder Bandonions wurden durch weltweiten Export international bekannt. Vor allem in Argentinien und Uruquay sind aus der dort verwurzelten Tangomusik nicht wegzudenken. In Zeiten der DDR aufgegeben, fand die Herstellung und Reparatur von Bandonions ab 2007 mit der Meisterwerkstatt von Robert Wallschläger in Carlsfeld eine neue Blüte. Seit 1993 findet außerdem jeweils im Oktober ein Internationales Bandonionfest im Ort statt.

Die von 1926-1929 errichtete Talsperre Carlsfeld (auch Weiterswiese nach dem überstauten Weiler) zählt mit ihrer Höhenlage in 905 m als höchstgelegene Trinkwassertalsperre Deutschlands. Die Mauerkrone kann sowohl im Sommer als auch im Winter mittels Loipe überquert werden, so dass sich ein schöner 6 km langer Rundweg um die Talsperre ergibt.

Vom 21. Juni 1897 - 14. Juli 1967 war Carlsfeld Endpunkt der Schmalspurbahn Wilkau-Haßlau-Carlsfeld; es war die erste, längste und steilste Schmalspurbahn Sachsens. Heute erinnert daran noch der historische Lokschuppen in der Nähe der Kirche.

Im Jahr 1997 wurde Carlsfeld nach Eibenstock eingemeindet und hat im Jahr 2017 noch knapp 700 Einwohner.