Blauenthal

Ortsteil Blauenthal

Blauenthal liegt in einem kleinen Talkessel direkt an der Einmündung des vom Erzgebirgskamm kommenden Gebirgsflüsschens "Große Bockau" in die "Zwickauer Mulde". Mit 470 m ü. NN ist es der am tiefsten gelegene Ortsteil der Gemeinde Eibenstock. Nur etwa 750 m flussaufwärts der "Großen Bockau" wurden Reste einer mittelalterlichen Anlage (Ringwall, in der Legende "Teufelsschloss") gefunden. Wahrscheinlich eine erste befestigte Siedlungsstelle im Zuge der Landnahme durch deutsche Siedler im 12.-13. Jahrhundert.

Als eigentlicher Ort ist Blauenthal aus einem Hammerwerk hervorgegangen, welches von Andreas Blau, einem aus Nürnberg stammenden Blechunternehmer, im Jahre 1535 hier angelegt wurde. Es war der erste sächsische Blechhammer und Blauenthal somit der erste Ort der Weißblechherstellung im Erzgebirge. Zum Hüttenwerk Blauenthal gehörten weiterhin ein Hochofen, Preß- und Schleifwerk, zwei Frisch- und Stabfeuer, zwei Blechfeuer und eine Zinnhütte. Später existierten in Blauenthal nach wechselnden Besitzern des Hüttenwerkes ebenso eine Mahl- und Schleifmühle, lokale Viehzucht, Schäferei, Brauerei und Brennerei. Um 1840 lebten ca. 300 Menschen in über 20 Häusern, auch eine eigene Schule hatte der Ort.

1882 wurde das Hüttenwerk Blauenthal in eine Holzstofffabrik umgerüstet, die in Folge in den 1890er Jahren von der Fa. Gustav Toelle übernommen wurde. Dieser erweiterte mittels Grabensystem die Wasserzufuhr als Energielieferant für die Holzschleiferei und hatte gleichzeitig als Eigentümer des Parkhotels "Forelle" die Idee seinen Gästen am Wochenende in der Nähe eine besondere Attraktion zu bieten. An Sonn- und Feiertagen, wenn die Maschinen still standen, wurde das Wasser aus dem Hauptgraben etwas umgeleitet und stürzte als "Blauenthaler Wasserfall" ca. 30 m über mächtige Granitfelsen in die Tiefe. Bei entsprechender Witterung mit genügend Niederschlägen kann diese Attraktion auch heute noch als rauschender Wasserfall bestaunt werden. In Trockenzeiten läuft das Wasser eher beschaulich die Felsen hinab. Im Winter bilden sich oftmals imposante Eisblöcke, die zum Eisklettern genutzt werden.

Blauenthal wurde 1994 mit den damals zugehörigen Ortsteilen Wolfsgrün (ehemals Oberblauenthal und Neidhardtsthal) nach Eibenstock eingemeindet. Kleinere Industrie- bzw. Handwerksbetriebe (Behälterbau, Kunstguß, Granitsteinbruch) blieben dem Ort erhalten oder haben sich angesiedelt. Seit einiger Zeit hat sich Blauenthal zu einem beliebten Raddrehkreuz für Radfahrer entwickelt, denn hier zweigt die bekannte "Karlsroute" direkt vom Mulderadweg ab. Auf idyllischen Waldwegen wird mittels der "Karlsroute" der Erzgebirgskamm in 950 m ü. NN an der Grenze nach Böhmen überquert und von dort nach meist angenehmer Bergabfahrt die Bäderstadt Karlovy Vary erreicht.